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Oktober 2018 – Immer mehr Kinder haben „Kreide­zähne“

Zahnärzte stellen eine starke Zunahme sogenannter „Kreidezähne“ bei Kindern und Jugendlichen fest. Im Durchschnitt sind etwa 10 bis 15 Prozent der Grundschulkinder betroffen, bei den 12-Jährigen liegt der Anteil sogar wesentlich höher. In einigen Altersgruppen kommen Kreidezähne häufiger vor als Karies!

Bei der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), so die offizielle Bezeichnung, handelt es sich um eine Bildungsstörung der Zähne, bei der der harten Zahnsubstanz wichtige Anteile der Minerale Kalzium und Phosphat fehlen. Sie zeigt sich durch gelblich-bräunliche bzw. weißliche Flecken. Zu der Störung kommt es vor allem bei den bleibenden Backenzähnen, seltener bei den bleibenden Schneidezähnen – und bereits vor dem Durchbruch der Zähne in die Mundhöhle.

Die Gründe für die erstmals vor rund 30 Jahren beschriebene Erkrankung sind bislang nicht eindeutig geklärt. Eine wesentliche Rolle scheinen Faktoren zu spielen, die während der Entwicklung der entsprechenden Zähne einwirken: die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika, Infektionserkrankungen und Umweltgifte wie Weichmacher in Kunststoffen.

Folgen für die Zahngesundheit

Aufgrund der Unterversorgung mit Mineralien weisen die Zähne eine raue Oberfläche und eine schlechtere Struktur und Qualität des Zahnschmelzes auf und sind daher sehr kariesanfällig. Außerdem sind die entsprechenden Zähne sensibler gegenüber Hitze- und Kältereizen sowie druckempfindlich.

Was können Eltern und Zahnärzte tun?

Weil die Ursachen bislang unklar sind, ist eine zielgerichtete Prävention nicht möglich. Aufgrund des erhöhten Kariesrisikos bei der MIH sind jedoch Vorsorgeuntersuchungen in engen Zeitabständen und Prophylaxemaßnahmen besonders wichtig. Ist Ihr Kind von einer MIH betroffen, können neben einer Fluoridierung oder der Fissurenversiegelung ein Zahnaufbau mit einer Füllung oder Krone empfehlenswert sein.

 

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